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30 Jun 2015 • Leerstand an Bahnhofstraße wird zur Spielwiese für Künstler

Pforzheim. Sie wollen leerstehende Geschäftsräume in der City kunstvoll bespielen und begeistern immer mehr Pforzheimer, aber auch Künstler aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland mit ihrer Idee. Die Aktiven des neuen Vereins Leerstand als Freiraum (LAF) können inzwischen auf die Unterstützung von Gönnern wie der Sparkasse Pforzheim Calw, Getränke Hüttinger, der Stadtverwaltung und dem städtischen Eigenbetrieb Wirtschaft und Stadtmarketing (WSP) bauen. Vor allem aber von Christine Schmitt, der Herrin über das Saacke-Carré.

Die Berliner Geschäftsfrau hat Ladenflächen an der Bahnhofstraße 7 zur Verfügung gestellt. Am Mittwoch, 22. Juli, soll dort um 19 Uhr die Vernissage gefeiert werden für ein außergewöhnliches und wegweisendes Projekt.

Die Augen von Katharina Küster (24) und Lydia Schubert (26), Studentinnen der Kunstwissenschaft und Philosophie an der Karlsruher Hochschule für Gestaltung, und von Johannes Mall (27), der in Pforzheim visuelle Kommunikation studiert, leuchten beim Rundgang durch die Räume, die viel Platz fürs kreative Schaffen bieten. Das Geschäft im Erdgeschoss gleich neben der Sparda-Bank – bis vor kurzem Ausweichquartier für das Reisebüro Thomas Cook – wird als Entree dienen. Die große Plattform aber entsteht in der ersten Etage – in den ehemaligen Räumen des Änderungsateliers Walz, das vor einem Jahr in das angrenzende Geschäftshaus umgezogen ist. Weil auch ein Keller genutzt werden kann, sind es rund 200 Quadratmeter, die Kreativschaffende in Szene setzen.

Wie berichtet, will der Verein der Tristesse des in Pforzheim omnipräsenten Leerstands entgegenwirken, der Innenstadt Leben einhauchen und Bürger dazu bewegen, sich mit ihrer Stadt auseinanderzusetzen. Sein langfristig angelegtes Konzept unterscheidet sich von der fast parallel laufenden Aktion „Design(P)Fenster“, bei der Hochschüler Schaufenster als Präsentationsflächen für selbst kreierte Objekte nutzen. LAV sieht sein Domizil als Galerie, Veranstaltungsort für Workshops, Performances und Vorträge sowie als Ausgangspunkt dafür, Kunst in den öffentlichen Raum zu tragen. Die Liste der Teilnehmer führt vor Augen, welche Strahlkraft dieses Projekt entwickelt hat. Künstler aus Baden-Württemberg, aber auch aus Hamburg und Berlin, Bremen und Braunschweig, Maastricht und Wien sind darunter.

Bis 2. August sollen sich ambitionierte heimische und etablierte auswärtige Künstler gegenseitig inspirieren, um Bürgern einen neuen Blick auf ihre Stadt zu ermöglichen. Täglich von 12 bis 18 Uhr soll dieser Kommunikationsort an der Bahnhofstraße offen stehen. Danach wechselt LAF in einen früheren Friseursalon an der Östlichen 7, den die Stadt dem Verein langfristig – bis zum Abriss jener Gebäude für das Großprojekt Pforzheim-Mitte – zur Verfügung stellt. Denn für den Herbst und für Anfang 2016 sind weitere solcher Aktionen geplant.

Mehr Informationen zum Verein, der weitere Sponsoren sucht, gibt es im Internet auf www.laf-ev.de, unter www.facebook.com/leerstandalsfreiraum sowie per E-Mail an post@laf-ev.de.

Bild: Hier wird bald zeitgenössische Kunst in Szene gesetzt: Johannes Mall, Lydia Schubert und Katharina Küster (von links) vom Verein Leerstand als Freiraum planen Großes im früheren Änderungsatelier in der Bahnhofstraße 7.

PZ-News • 30.06.2015 • Autor: Claudius Erb